Read Anthropologie: Ein einführendes Lehrbuch (Springer-Lehrbuch) by Gisela Grupe Online

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Die Anthropologie versteht sich hier als Brckenfach zwischen Natur und Geisteswissenschaften Sie schliet auch die nchsten Verwandten der Menschen im Tierreich, die nicht menschlichen Primaten, mit ein Diese Einfhrung vermittelt die ganze fachliche Breite im Grundstudium Basierend auf einem Vorschlag der Gesellschaft fr Anthropologie e.V....

Title : Anthropologie: Ein einführendes Lehrbuch (Springer-Lehrbuch)
Author :
Rating :
ISBN : B00Q8IQJ12
ISBN13 : -
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Springer Auflage 2005 30 M rz 2006
Number of Pages : 195 Pages
File Size : 799 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Anthropologie: Ein einführendes Lehrbuch (Springer-Lehrbuch) Reviews

  • H. P. Lovesick
    2019-06-25 17:41

    Das Lehrbuch als Ganzes ist durchaus informativ, wenn auch stilistisch kein Glanzpunkt und eher trocken und schwerhändig zu Papier gebracht.Das Kapitel über das Thema, das man früher wohl Rassenkunde genannt hätte, ist jedoch nur kümmerlich zu nennen ("3.2.1 Homo sapiens - eine polytypische Spezies", S. 200-203 der 2. Auflage). Mehrere hundert Jahre lang bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein bildete Rassenforschung das Kernstück der Anthropologie. Wenn dieses Sujet auf noch nicht einmal drei Seiten durch schieres Nachtreten erledigt werden soll, dürfte die Rechnung der Autorinnen nicht aufgehen.Vielleicht ist es sogar am angemessensten, das Ganze als ein Stück unfreiwilligen Humors zu nehmen. Dem ersten Witz begegnen wir bereits in der Kapitelüberschrift. Polytypische Spezies? Ist bei Ernst Mayr nicht etwa nachzulesen, dass eine polytypische Art eine solche ist, die in Rassen zerfällt? Dass es Menschenrassen gibt, wird in besagtem Kapitel nun aber aufs Vehementeste bestritten. Allerdings mit fragwürdigen, teilweise haarsträubend falschen Argumenten. Behauptet wird beispielsweise, dass eine Einteilung in Europide und Mongolide nur auf Grundlage eines überholten Typenkonzepts möglich sei. Tatsächlich lässt es auch die populationsgenetische Konzeption zu, zwischen einer mongoliden und einer europiden Population zu unterscheiden. Am Rande sei erwähnt, dass schon eine "Old School"-Anthropologin wie Ilse Schwidetzky dem Populationskonzept den Vorzug vor der Typologie eingeräumt hat.Wenn von 'gradueller geographischer Variabilität einiger biologischer Merkmale' die Rede ist, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es die Verfasserinnen darauf anlegen, das tatsächliche Ausmaß körperlicher Unterschiede zu verschleiern. Immerhin ist es dem Rezensenten gelungen, Japaner und Deutsche auf Grundlage dreier Merkmale (drei! Die Anthropologie dürfte hunderte zu bieten haben) diskriminanzanalytisch komplett überschneidungsfrei zu trennen.Und natürlich wird der ad nauseam strapazierte Befund recycelt, dass die genetische Variabilität zwischen den Rassen nur wenige Prozent der Gesamtvarianz ausmache. Wo erfährt man aber, dass die Zwischengruppenvarianz zwischen Europäern und Afrikanern bezüglich der Hautfarbe 78% der Gesamtvarianz für sich beanspruchen kann?Hochbrisant die Frage, ob es Rassenunterschiede in Bezug auf den IQ gibt. Die Forschungen von Jensen, Rushton, Lynn und anderen lässt sich nur äußerst beunruhigend nennen. Um es klar zu sagen: Ich bin kein Anhänger der Genannten. Aber gegen sie an zu argumentieren, stellt eine durchaus anspruchsvolle Herausforderung dar. Unser vierblättriges Autorinnenkleeblatt macht es sich da etwas einfacher: Es erwähnt diese Forschung erst gar nicht. Womit zwar ein wenig Anstrengung vermieden, allerdings auch die komplette Insignifikanz der deutschen Anthropologie besiegelt wird. Aber möglicherweise folgt man ja der Logik: Wenn es keine Rassen gibt, kann es auch keine rassischen Intelligenzunterschiede geben, q.e.d. Ich gehe nicht davon aus, dass meine Einwürfe einem Gesinnungswandel den Weg ebnen. Ohne allzu versöhnlich klingen zu wollen, schließe ich mich den Worten der Verfasserinnen an: "Es ist ohnehin fraglich, ob eine Ideologie Sachargumenten gegenüber offen ist."

  • A. Vonderach
    2019-07-24 15:38

    Um es gleich zusagen: Das Interessanteste an diesem Buch ist das, was nicht drin steht.Es behandelt in leidlich brauchbaren Kapiten auf 130 Seiten die Stammesgeschichte des Menschen (Paläoanthropologie), auf 30 Seiten die Populationsgenetik, auf 70 Seiten die Demographie (!), auf 100 Seiten Wachstum und Entwicklung einschließlich des Geschlechtsunterschiedes, auf 30 Seiten die angewandte Anthropologie (Industrianthropologie, forensische Anthropologie) und auf lediglich 18 Seiten die Verhaltensbiologie des Menschen. Letztere beinhaltet unter anderem eine sehr knappe und vorsichtige Darstellung der Soziobiologie einschließlich einer Warnung vor deren "ideologischer Vereinnahmung".Was vollständig fehlt in dieser "Anthropologie", ist die gesamte geographische Variabilität des Menschen. Stattdessen gibt es auf den Seiten 170 bis 172 eine verkrampfte Distanzierung vom Rassenbegriff. Rassen gäbe es nicht, nur Engzuchtstämme wie bei manchen Haustierrassen seien Rassen, der Rassenbegriff habe keinen Erklärungswert und leiste "Rassismus" Vorschub. Zu diesem gehöre auch die Behauptung, es gäbe IQ-Unterschiede zwischen menschlichen Populationen. Was fehlt ist weiterhin der gesamte Bereich der Sozialanthropologie (Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, soziale Siebungsprozesse) und selbstverständlich der Bereich psychologischer Unterschiede. Selbst wenn man den Rassenbegriff für den Menschen ablehnt, gehört doch die geographische Variabilität zu den wichtigsten Themen der Anthropologie, die man nicht einfach so unterschlagen kann.Das Buch markiert eine politisch korrekte Schwundstufe des Faches Anthropologie. Alles, womit man anecken kann, ist ausgeblendet. Wer damit zufrieden ist, ist damit gut bedient. Wer aber mehr wissen will und auch etwas über die geographische Variabilität des Menschen erfahren will, ist nach wie vor mit Rainer Knussmanns Vergleichender Biologie in der zweiten Auflage von 1996 am besten beraten.Eine umfassende Anthropologie sieht anders aus als das unter Kollegen berühmt-berüchtigte Vier-Frauen-Buch von Gisela Grupe, Kerrin Christiansen, Inge Schröder und Ursula Wittwer-Backofen!