Read Das Spinnennetz by Joseph Roth Online

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Der junge Leutnant Lohse, entt uscht aus dem Ersten Weltkrieg nach Berlin zur ckgekehrt, ger t in eine rechtsradikale Geheimorganisation und damit mitten in die politischen Wirren der Weimarer Republik Als Spion und zwielichtiger Mittelsmann zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, zwischen B rgertum, Adel und Proletariat ist der ehrgeizige Lohse auf m rderische Weise in seinem Element Doch auch er ist gefangen in dem Netz aus Intrige, Ambition und Verrat, das er selbst mitgesponnen hat.Der erste Roman eines gro en Schriftstellers 1923, drei Tage vor Hitlers Putschversuch in M nchen erschienen, zeichnet Das Spinnennetz in prophetischer Klarheit das Psychogramm eines Karrieristen und das Portr t einer Gesellschaft von Mitl ufern, die der Katastrophe entgegeneilt 1989 wurde Das Spinnennetz von Bernhard Wicki verfilmt....

Title : Das Spinnennetz
Author :
Rating :
ISBN : B0038ZD916
ISBN13 : -
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Diogenes Verlag AG
Number of Pages : 173 Pages
File Size : 892 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Das Spinnennetz Reviews

  • Andreas Baer
    2019-06-09 08:20

    Dieses Buch beschreibt den Werdegang eines jungen, nationalen Leutnants, Theodor Lohse. Er ist sexuell leicht erregbar, hasst Juden, wil aber eigentlich mit einer Jüdin schlafen und hat sich der 'nationalen' Sache verschrieben. Sein Leben ist eigentlich trostlos: Aus dem Krieg zurückgekehrt, fehlt Lohse das Kaiserreich, die Armee, die Ordnung und der Prinz, den er kennenlernt, ist ein Homosexueller. Aber es gibt Hoffnung: Die NSDAP, Ludendorf und eine sonderbare Schicht aus Gutsbesitzern und Reichen ist gewillt, die nationale Sache zu finanzieren und vor der lebt Lohse, auch dank einer Nacht mit dem Prinz. Später trifft er Benjamin Lenz, einem Juden, den Lohse aber mag oder den er nicht jüdisch findet. Und Roth charakterisiert ihn so: "Wie liebte er diese Zeit, Benjamin Lenz, die Menschen. Wie wuchs er unter ihnen, gedieh, sammelte Macht, sammelte Geheimnisse, sammelte Geld, sammelte Freunde, sammelte Haß." (S.87) Lenz ist ein Spion, ein Mensch, der keine Prinzipien hat oder verfolgt.Lenz ist auch nicht der Freund Theodor Lohses, aber auch nicht sein Feind - die krisenhafte Welt der 1920er brauchte eben Menschen, die einfach nur ausnutzten, was die anderen fühlten und das tat Lenz. Manchmal hilft er auch Menschen, manchmal hilft er Juden. Mit Zuneigungen oder Überzeugungen hat das aber nichts zu tun. Und er fördert Lohse und er lebt von Lohse, ohne dass dieser es wirklich bemerkt.Das Buch ist in einer frischen Sprache geschrieben. Es ist anders als der Film von Bernhard Wicki (1989), der für sich als eigenständiges Kunstwerk zu sehen ist. Schön ist, wie Roth die Persönlichkeitsstruktur eines ultra-rechten Menschen herausarbeitet, welche Widersprüche und welche sozialen Bedingungen so einen Menschen prägen. Das Buch wurde 1923 in der Wiener Arbeiterzeitung veröffentlicht und erst 1967 posthum als Buch verlegt. Zehn Jahre nach Abdruck begann die Entwicklung, die später ganz Europa zu einem Trümmerhaufen machte und in der Menschen wie der fiktive Leutnant Theodor Lohse unfassbare Verbrechen gegen alle Konventionen begingen. Dieser Roman war bei Abdruck seiner Zeit voraus - ein wirklich interessantes Buch, mit 136 Seiten aber auch schnell durchgelesen.

  • NorthByNorthWest
    2019-06-14 09:05

    Wie aus Theodor Lohse so ganz, ganz allmählich ein - zunächst noch verkappter - Nazi wird, das vermittelt dem Hörer/Leser (oder Zuschauer des ebenso guten Films mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle) schon ein sehr plastisches Bild dieser Zeit. Es gibt da ja nun so eine ganze Reihe von Schilderungen der Zwanziger Jahre, speziell natürlich von Hans Fallada und Alfred Döblin, aber Joseph Roth ist eben in dieser Spitzenklasse vollwertig mit dabei. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die sensible und scharfsichtige Art, wie Roth praktisch DIE GANZEN JAHRE allmählich zum Nationalsozialismus übergleiten läßt - mit allen Schwankungen und Nuancen, die im wirklichen Leben eben so vorkommen. Für manchen (oder sogar für viele) dürfte dieser Prozeß nahezu unmerklich abgelaufen sein. Dazu kann ich nur sagen: Geschichte wiederholt sich, wenn man nicht aus ihr lernt. Vorsicht vor den Ewig Gestrigen. Die kommen womöglich sogar noch in den Bundestag dieses Jahr. Aufpassen !

  • Karstadt - Hasi
    2019-06-08 08:30

    Für mich eines von wenigen Büchern die ich gerne gelesen haben..Es schildert die Nachkriegsgeschichte aus den 1. Weltkrieg, eines endtäuschten zurückgekehrten Leutnants, der die Wirren der Nachkriegszeit in die Nazizeit zum II. Weltkrieg. Nationalismus, Kommunismus es ist alles vertreten. Dieser Leutnant Lose gerät zwischen die Fronten von Gut und Böse. Er arbeitet in geheimen Organisationen die Ludendorff und Hitler in Verbindung bringen.Ein Roman der diese schreckliche Zeit widerspiegelt. Man kann sagen, ein Nachkriegsroman des 1. Weltkriegs.Gut zu lesen und auch spannend, so wie wir es von Joseph Roth her kennen.Für mich ist dieser zeitkritische Roman empfehlenswert, wie viele Werke von Joseph Roth.

  • peter scheer
    2019-05-28 01:05

    Nie mehr wird Sprache, deutsche Sprache, so verwendet werden. Nie kann Josef Roth einen Nachfolger finden. Nie wird Einer wieder so schreiben kö Heinrich Manns Untertan behandelt dasselbe Thema und ist sehr,sehr gut. Dem Vergleich, der sich aufdrängt, ist er nicht gewachsen. Sprache, Dichte, Handlung, Vorkriegshaft verstrickt, unklar, abreißend, offen lassend und doch so klar

  • M. Mandl
    2019-06-09 07:15

    Schöner Text mit interessanten Geschichten zur damaligen Zeit.Das Buch hat mir bis jetzt am besten gefallen. Ich kann es nur empfehlen.

  • Hebbes
    2019-05-30 02:09

    Ich habe das Buch gekauft weil ich mich der Autor interessiert. Die Geschichte ist zwar etwas bedrückend, aber durchaus interessant. Den Titel habe ich einem Freund schon empfohlen.

  • Christoph
    2019-06-02 03:05

    fesselnd und sehr aktuell

  • ingrid trunetz
    2019-05-25 01:25

    Die Menschheit ist leider unbelehrbar und die beschriebene Geschichte könnte auch heute noch so passieren, wenn auch nicht bei uns.