Read Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus by Judith Butler Online

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Kritiker des Staates Israel und seiner Siedlungspolitik geraten schnell unter den Verdacht des Antisemitismus so auch die prominente j dische Philosophin Judith Butler In ihrem neuen Buch geht Butler der Frage nach, wie eine Kritik am Zionismus aus dem Judentum selbst heraus m glich, ja ethisch sogar zwingend ist In einer eindringlichen Auseinandersetzung mit Hannah Arendt, Emmanuel L vinas, Walter Benjamin, Primo Levi und den Pal stinensern Edward Said und Mahmoud Darwish entwickelt sie eine neue j dische Ethik, die sich gegen die von Israel ausge bte und vom Zionismus legitimierte staatliche Gewalt sowie Israels koloniale Unterdr ckung von Bev lkerungsgruppen wendet Diese Ethik steht ein f r die Rechte der Unterdr ckten, f r die Anerkennung des Anderen und die Infragestellung der j dischen Souver nit t als alleinigem Bezugsrahmen der israelischen Staatsraison Aus der Erfahrung von Diaspora und Pluralit t heraus pl diert Butler f r einen Staat, in dem Israelis und Pal stinenser, Juden und Nichtjuden gleichberechtigt zusammenleben....

Title : Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus
Author :
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ISBN : 3593399466
ISBN13 : 978-3593399461
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Campus Verlag Auflage 1 2 Oktober 2013
Number of Pages : 563 Pages
File Size : 896 KB
Status : Available For Download
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Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus Reviews

  • hartmut ebert
    2019-05-27 10:04

    Dieses Buch zeigt, dass nicht alle Menschen jüdischen Glaubens oder Abstammung so denken und handeln würden wie die bisherigen Regierungen Israels. Es belegt eindeutig, dass der Zionismus keine Zukunft hat und nur eine wenn auch in weiter Ferne liegende Aussöhnung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Palästina beständigen Frieden bringen kann.

  • Amazon Kundenrezensionen
    2019-06-15 11:03

    Ich habe dieses Buch schon länger auf Deutsch erwartet. Dies ist mit meinem ersten Kritikpunkt verbunden, nämlich, dass Judith Butler bekanntermaßen keine leichte Art zu schreiben hat.Sie benutzt viele Fremdwörter, macht lange, z.T. verschachtelte Konstruktionen etc.ABERwenn man sich durchkämpft wird man belohnt.Butler wirft interessante Fragen auf.In ihrer Auseinandersetzung mit Walter Benjamin, Hannah Arendt und Primo Levi überlegt sie zuerst ob es überhaupt eine dezidiert jüdische Denkweise geben kann. Und kommt unter anderem zu der Möglichkeit, dass das Jüdisch-Sein ein nicht-jüdisches Gegenüber voraussetzt. Dort bleibt sie allerdings nicht stehen. Wer Judith Butlers andere Schriften kennt, weiß dass sie diesen Gedanken als Grundgedanken auch in anderen Schriften ausdrückt. Erst durch ein anderes Gegenüber können wir erfahren wer wir als Individuum sind. Das macht gerade unsere Unterschiede so wertvoll und spricht meiner Meinung nach für das, was man platt "multi-Kulti" nennen würde.Dazu gehört auch, dass Judith Butler in diesem Buch, mit Bezug auf Hannah Arendt eine Kritik am Nationalstaat übt. NICHT NUR an dem Nationalstaat Israel, sondern allgemein an einem Konzept des Nationalstaates, dass auf einem bestimmten Bild seines Bürger beruht, weil dies immer dazu führen wird, dass Minderheiten und Flüchtlinge entstehen. Würde sich Deutschland als "weiß" und "christlich" definieren würden dies heute wie in früheren Zeiten einen großen, wichtigen Teil unserer Bevölkerung ausschließen, gigantische Flüchtlingsströme, Leid und Menschenrechtsverletzungen auslösen.Damit zusammenhängend fordert Butler ein Völkerrecht, was nicht an Personen mit Nationalität gebunden ist, sondern auf den Menschenrechten basiert.All das und noch viel mehr macht mich rätselnd, wie man Butler als anti-semitisch bezeichnen kann.Ja, sie kritisiert Israel, aber sie spricht ihm nicht das Existenzrecht ab. Es ist für sie gar keine Option dass Israel aufhören könnte zu existieren, weil sie in jedem Menschen, der dort nun schon seit Generationen lebt, arbeitet, geboren ist nur wieder aufs neue zum rechtlosen Flüchtling werden würde. Das will sie nicht! Aber sie plediert für Kohabitation, d.h. für ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen in einem Staat, d.h. Juden und nicht-Juden im Staate Israel. Das ist nicht anti-semitisch, das ist menschen-rechtlich.Auch das Argument Butlers Anti-Zionismus sei ein Deckmantel für ihren Anti-Semitismus ist meiner Ansicht nach falsch. Vielmehr betont Butler, und das finde ich sehr wichtig!, das Zionismus nicht automatisch für eine agressive Siedlungspolitik im heutigen Staate Israel stehen muss. Ja dass es vielmehr unterschiedliche Strömungen im Zionismus gibt, ja dass es sogar zionistische Strömungen gab, die einen realen jüdischen Staat als Unmöglichkeit ablehnten.Das ist für mich nur ein weiteres Beispiel für die Differenziertheit des butlerschen Denkens. Dass das nicht immer einfach ist, ist klar, aber es ist es wert, sich damit immer wieder auseinander zu setzen!Nachtrag:Derart positiv sah es übrigens aus ein Redakteur des SWR2 in seiner Buchkritik vom 20.10.2013, die jeder auch nochmal auf der Homepage des Senders nachhören kann.

  • Dr. Ludwig Watzal
    2019-05-23 07:18

    Die Autorin gehört zu denjenigen, die sich von den extremistischen zionistischen Israel-Fans in Deutschland und den USA als „Antisemitin“ und „jüdische Selbsthasserin“ verleumden lassen muss, obgleich sie nur versucht, die Verbrechen der zionistischen Besatzungsmacht auf der Grundlage einer jüdischen Ethik zu kritisieren.Bereits in der Einleitung nennt sie ihr Anliegen: So wolle sie zeigen, dass man bei einer Kritik der staatlichen Gewalt, der kolonialen Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen, der Vertreibung und Enteignung eines anderen Volkes durch den Staat Israel auf jüdische Quellen zurückgreifen könne, dies würde darüber hinaus deutlich machen, „dass eine jüdische Kritik der von Israel ausgeübten staatlichen Gewalt zumindest möglich, wenn nicht sogar ethisch geboten ist“ . Weiterhin sei es ihr Anliegen, aufzuzeigen, dass „jüdische Werte der Kohabitation oder des Zusammenlebens mit Nicht-Juden zum ethischen Kernbestand des Diaspora-Judentums gehören“, woraus die Autorin meint, ableiten zu können, dass die Forderung für soziale Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit ein integraler Bestandteil „säkularer, sozialistischer und religiöser jüdischer Traditionen“ sei.Judith Butler, die Komparatistik und Rhetorik an der University of Berkeley in Kalifornien lehrt, gehört zu den führenden Vertreterinnen der Genderforschung. In diesem Buch entwickelt sie anhand der Ideen von Hannah Arendt, Walter Benjamin, Emmanuel Lévinas, Primo Levi, aber auch den Schriften von Edward Said und Mahmoud Darwish, Elemente einer jüdischen Ethik und kritisiert anhand derer die durch den Zionismus ausgeübte staatliche Gewalt gegenüber einem kolonisierten Volk. Bei den von Butler angerufenen Autoritäten handelt es sich um säkulare Vertreter des Judentums, sieht man einmal von Said und Darwish ab.Seit der Zionismus Ende des 19. Jahrhunderts auf der politischen Bühne in Erscheinung trat, gab es seitens der Vertreter des religiösen Judentums massive Kritik an dieser „Häresie“. Eine Kritik des zionistischen Besatzungsregimes ist vom Standpunkt einer jeden Weltanschauung mehr als geboten, weil die zionistische Ideologie das Judentum, das mit dieser Ideologie nicht gleichgesetzt werden darf, in eine Art Mithaftung nimmt. Nicht ohne Grund wehren sich viele mit den Worten dagegen: „Nicht in unserem Namen!“Gleichwohl ist die Kritik Butlers am Zionismus mehr als überfällig. Für die Lösung des Nahostkonfliktes gehört für Judith Butler unbedingt ein säkularer Staat, in dem Israelis und Palästinenser gleichberechtigt zusammenleben können.Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.