Read Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg: Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen by Paul Krugman Online

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Die Meinungsf hrer der Globalisierungsdebatte sind Paul Krugmans Angriffsziel, gleich ob Lester Thurow, Bill Clinton, Jacques Delors oder John Major Stilistisch brilliant, sachlich pointiert und unterhaltsam legt der Star der neuen konomengeneration den kl glichen Zustand der Debatte ber die Zukunft der Alten Welt in einer globalisierten Wirtschaft blo Das Buch ffnet die Augen ber die Mechanismen der ffentlichen Meinungsbildung, die der Verdr ngung einer sachlich fundierten Diskussion zugunsten populistischer Konzepte Vorschub leisten....

Title : Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg: Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen
Author :
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ISBN : 3593361477
ISBN13 : 978-3593361475
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Campus Verlag Auflage 2 17 Februar 1999
Number of Pages : 181 Pages
File Size : 766 KB
Status : Available For Download
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Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg: Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen Reviews

  • Mag Stefan Fügenschuh
    2019-01-13 22:44

    Paul Krugman, einer der brilliantesten ökonomen unserer zeit, rechnet mit der these ab, die staaten würden untereinander konkurieren wie unternehmen, ja es würde regelrecht ein kampf um alles oder nichts stattfinden.Anfang der neunziger machten sich viele amerikaner sorgen, von der deutschen und japanischen wirtschaft erdrückt zu werden. Nachdem diese volkswirtschaften selber in eine krise gerieten, war das plötzlich kein theman mehr. Nun waren die asiatischen schwellenländer das feindbild, bis diese ebenfalls in eine krise gerieten.Paul Krugman beweist, dass feindbilder im welthandel ein unsinn sind. Je höher das wirtschaftswachstum eines landes und je stärker seine exporte steigen, desto schneller wächst auch das dortige lohnniveau und der bedarf nach hochwertigen importgütern.Krugmans werk ist auch eine reaktion auf reißerische bücher selbsternannter experten wie Lester Thurow, die wirtschaftskriege vorraussagen. Krugman gelingt es die thesen dieser gurus bloßzustellen und deckt viele peinliche fehler auf.Dieses buch wurde in den neunzigern geschrieben. Die thesen kann man aber uneingeschränkt auf die gegewart beziehen. So hat die gegenwärtige wachtumsschwäche und hohe arbeitslosigkeit in deutschland nichts mit dem welthandel oder den aufstrebenden neuen EU-Mitgliedern zu tun. Deutschland exportiert nach wie vor mehr als wie es importiert. Die probleme sind zu viel staat, zu viel regulierung, zu wenig flexibilität, zu hohe steuern, zu geringer anreiz für arbeitslose einen schlecht bezahlten job anzunehmen.

  • Rolf Dobelli
    2019-01-12 16:06

    Auf einer Veranstaltung des frisch gewählten Präsidenten Clinton lauschte der amerikanische Ökonom Paul Krugman einem Vortrag des damaligen Apple-Chefs John Sculley über den "globalen Krieg in der Wirtschaft". Die martialische Rede erntete begeisterten Applaus anwesender Honoratioren. Krugman klatschte nicht, sondern dachte nach: In seinen Augen war die Weltwirtschaft keineswegs der Kampf um einen Kuchen namens Wohlstand, kein Nullsummenspiel, bei dem der eine dem anderen etwas wegnahm. Doch die Populisten, die genau dies behaupteten, stießen nicht nur überall auf offene Ohren, sondern machten mit ihren Thesen zudem ordentlich Kasse. Also schrieb Krugman eine Generalabrechnung mit den "Pop-Ökonomen". Man kann ihm nur dankbar sein dafür, denn es beleuchtet das Thema Internationaler Wettbewerb mit vielen plausiblen Beispielen (leider meist nur aus den USA), Analysen und Kommentaren, gewürzt mit reichlich Polemik gegen seine akademischen Widersacher. Schade nur, dass Krugman in vielen Kapiteln immer wieder von vorne anfängt und die Thesen und Themen gebetsmühlenartig wiederholt - wohl weil das Buch eine Zweitverwertung einzelner, bereits vorher veröffentlichter Artikel ist. Wir empfehlen es trotzdem allen, die bei den Themen Globalisierung und Internationaler Wettbewerb fundiert mitreden wollen.

  • None
    2019-01-11 15:59

    Kurz nach der ersten Wahl Bill Clintons zum Präsidenten der Vereinigten Staaten veran-staltete die neue Clinton-Administration einen Wirt-schaftsgipfel in Little Rock. Auf diesem sprach Clintons Vorzeige-Wirtschaftsführer John Sculley, seinerzeit noch Chef von Apple Computer. Er betonte die Rolle der USA im internationalen Wettbewerb, in dem die Nationen analog zu den Unternehmen in harter, weil globaler, Konkurrenz ste-hen. Die Teilnehmer des Gip-fels beklatschten die Ausfüh-rungen, unter ihnen Bill Clinton und viele weltbekannte Öko-nomen. Nur einer klatschte nicht, sondern nahm diese Situation zum Anlaß, ein Buch über den weitverbreiteten Irr-tum vom globalen Wirt-schaftskrieg zu schreiben. Anfang 1999 erschien es in deutscher Sprache. Es handelt sich um den be-kannten Ökonomen vom re-nommierten Massachusetts Institute of Technology, Paul Krugman. Der 45-jährige ist seit Jahren ein heißer Anwär-ter auf den Nobelpreis. Schließlich publizierte er 26-jährig seinen ersten bahnbre-chenden Aufsatz über Finanz-krisen, revolutionierte danach die Außenwirtschaftstheorie, gehörte Anfang der 90 Jahre zu der Minorität, die Mexiko und Asien vor schwerwiegen-den Krisen warnten und bot im vergangenen Jahr eine Erklä-rung der Asienkrise von 1997, die heute als Standardanalyse dient. Daß ihm die bedeutend-ste Auszeichnung bislang ver-wehrt blieb, liegt wohl vor al-lem an seiner harschen Kritik an Kollegen und anderen be-rühmten Personen - wie eben Bill Clinton oder dem (aufla-genstarken) Ökonomen Lester Thurow. Seine Kritik liest sich wie folgt: Jeder macht Fehler. Doch es verwundert schon, wenn an-gebliche Experten auf dem Gebiet des internationalen Wettbewerbs nicht einmal eine ungefähre Vorstellung vom Umfang des Handelsbilanzde-fizits der USA haben und nicht wissen, wo man die einfach-sten Industriestatistiken findet. Dabei verfolgen die von Krugman kritisierten Politiker und Ökonomen schlicht die gängige Vorstellung vom schädlichen internationalen Handel, warnen vor einer Ausweitung der Arbeitslosig-keit durch Billiglohnimporte und nehmen diese Argumen-tationen zum Vorwand für unpopuläre - zumeist aber schädliche und sogar nationa-listische - Maßnahmen. Viele politische Entscheidungen werden heute mit dem Verweis auf die internationale Wettbe-werbsfähigkeit begründet, obwohl jedem Ökonomen, der schon einmal eine Leistungs-bilanz gesehen hat, unklar bleibt, was denn das Eine mit dem Anderen zu tun hat. Krugman zieht als Fazit seiner Beobachtungen, daß diese gängige Sichtweise des Welt-handels von Ignoranz geprägt ist. Wichtiger als seine Berufsehre sind Krugman aber offensicht-lich politischen Folgen. Der Handel mit anderen Ländern wird unter quasimilitärischen Vorzeichen eines Wettkampfs gesehen und dient nicht We-nigen als Ersatz für den militä-rischen Wettbewerb des Kal-ten Krieges. Dem deutschen Publikum ist die Standortkam-pagne der deutschen Unter-nehmensverbände durchaus bekannt. Krugman sieht zwar heute die Wettbewerbsdoktrin in den USA auf dem Rückzug, dafür stellt er gerade für Deutschland fest, daß diese klassische Fehlsicht die öffent-liche Debatte nach wie vor stark prägt. Nach eigenem Bekunden will Krugman mit diesem Buch eine Gegenöf-fentlichkeit zu den Vulgäröko-nomen der Wettbewerbsdok-trin schaffen, also ein breites Publikum ansprechen. Hierzu gehöre, daß man auf Fachjar-gon gänzlich verzichte. Dieser Ansatz des Vorwortes gelingt ihm freilich nicht. Die traditio-nellen ökonomischen Theorien des Außenhandels, die Krug-man der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchte und das Herz der Argumenta-tion darstellen, sind nicht ohne weiteres für Nichtökonomen verdaulich. Die Theorie der komparativen Vorteile und die Erkenntnis, Außenhandel brin-ge Wohlstandsgewinne für alle beteiligten Länder, versucht Krugman anschaulich und auch ausgewogen darzustel-len. Als Vertreter der wissen-schaftlichen Ökonomenzunft verteidigt er gegen eine natio-nalistische Abschottungspolitik den möglichst freien Außen-handel, obwohl er selbst in den 70er Jahren durch seine Kritik an ihr Weltruhm erlangte. Eine - wie er selbst sagt - paradoxe Situation. Die größte Schwä-che des Buches ist, daß es sich um eine Aufsatzsamm-lung handelt. Deshalb wieder-holt sich Vieles. Trotzdem ist der Washington Post Recht zu geben, als sie schrieb: Nie-mand, der über Wirtschafts-theorie schreibt, macht es besser als Paul Krugman.